Allgemeine Informationen zum Schwanzbeißen

In der Literatur sind drei verschiedene Arten von Schwanzbeißen beschrieben:

 

  • Zweistufiges Beißen

     

    Die häufigste Form ist das sogenannte zweistufige Beißen. Zunächst beobachtet man Schweine, die die Schwänze ihrer Buchtengenossen ins Maul nehmen und belutschen. Teilweise lassen sich dann schon erste Zahnabdrücke an den Schwänzen erkennen. Durch diese orale Manipulation kann es zur Beschädigung der Haut mit Blutungen kommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird der angebissene Schwanz auch für die übrigen Tieren in der Bucht interessant, da der Geschmack von Blut sehr attraktiv für Schweine ist. Bereits bei der oralen Manipulation der Schwänze müssen die Schweine durch geeignete Beschäftigungsmaterialien abgelenkt werden. Gleichzeitig müssen alle Haltungsbedingungen auf mögliche Mängel geprüft werden (Gesundheit, Klima, Fütterung usw.).


 

  • Plötzliches und gewaltsames Beißen

    Spontanes Beißen, bei dem es direkt zu Verletzungen kommt, wird beobachtet, wenn Schweine für Ressourcen, wie z.B. Futter, anstehen müssen und geschieht aus einer Frustration heraus. Hier gilt es im Vorfeld zu überprüfen, ob die Ressourcen für die Schweine passend eingestellt sind (Tier-Fressplatz-Verhältnis, Anzahl funktionierender Tränken, ausreichend Liegefläche) oder ob es gegebenenfalls Optimierungsbedarf gibt.


 

  • Zwanghaftes Schwanzbeißen

    Diese Form des Schwanzbeißens betrifft Einzeltiere mit einem krankhaften Beißzwang. Die Schweine sind fokussiert auf die Schwänze ihrer Buchtengenossen und beißen relativ kurz und heftig zu. Hierbei gibt es keine speziellen Opfertiere. Die Tätertiere müssen schnell identifiziert und abgesondert werden.

 


Ursachen für das Schwanzbeißen

Die Ursachen für das Schwanzbeißen sind vielfältig (multifaktoriell) und die Anpassungsfähigkeit der Schweine, vorhandene Risikofaktoren zu tolerieren, ist begrenzt. Die Darstellung des Fasses Zonderland Eimer verdeutlicht die Problematik: Verschiedene Risikofaktoren sind auf den Betrieben immer gegeben. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass das Fass nicht überläuft und dadurch die Anpassungsfähigkeit der Tiere nicht überfordert wird.


Alle Aspekte der Tierhaltung können betroffen sein, vom Umgang mit den Tieren über das Klima- und Gesundheitsmanagement bis zur Futter- und Wasserversorgung. Deshalb ist es wichtig, in allen Bereichen den Optimalzustand anzustreben und sich der vorhandenen Risikofaktoren bewusst zu werden.


 

 



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